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Wie wirkt Alkohol auf den Menschen?

Die Wirkung auf den menschlichen Körper ist je nach Dosierung unterschiedlich: In geringen Mengen kann Alkohol bei Erwachsenen anregend wirken, in größeren Mengen immer berauschend. Kinder und Jugendliche, deren Organe sich noch entwickeln, reagieren empfindlicher: Es kann schon bei geringer Dosierung zu schweren Vergiftungen kommen.

Weitere Auswirkungen: Alkohol schränkt die Reaktionsfähigkeit ein. Besonders im Straßenverkehr ist das gefährlich, wenn jemand nicht mit wachen Sinnen aufmerksam ist wie im nüchternen Zustand. Angetrunkene selbst bemerken diese Einschränkung allerdings nicht. Im Gegenteil: Sie glauben, alles im Griff zu haben. Indem Alkohol auf den Körper und seine Organe einwirkt, beeinflusst er auch das Verhalten und wie der Mensch sich und seine Umwelt wahrnimmt.
Unter anderem folgende Wirkungen können sich einstellen:

  • Enthemmung
  • Steigerung der Redseligkeit
  • Einschränkung des Sichtfeldes und Probleme bei der Einschätzung von Entfernungen
  • Nachlassende Reaktion, insbesondere auf rote Signale (Ampel)
  • Koordinations- und Gleichgewichtsstörungen
  • Sprachstörungen, Lallen
  • Steigende Risikobereitschaft und Aggressivität
  • Enthemmter Gedankenfluss, zusammenhangloses Sprechen
  • Abnehmende Merkfähigkeit

Bei hohem Blutalkohol:
Blackout, Atemstillstand, Koma oder Tod (mehr Infos unter Promille-Risiko-Übersicht)

Was passiert bei wie viel Promille?

Alkohol hat negative Auswirkungen auf Körper und Geist, mit jedem Schluck mehr. Das Risiko für Jugendliche ist höher als für Erwachsene – und für Mädchen höher als für Jungen.
Denn das Gehirn reift noch bis zum 20. Lebensjahr und ist in dieser Phase besonders anfällig für Schädigungen durch Alkohol. Außerdem haben Mädchen meist weniger Muskeln und Körperflüssigkeit als Jungen, auf die sich Alkohol in ihrem Körper verteilen kann. Sie werden schneller betrunken.

Mehr Alkohol im Blut bedeutet höhere gesundheitliche Gefahr und weniger Power – auch im Kopf. Wie sich ein erwachsener Mensch mit steigendem Promillewert verändert, zeigen die Beispiele unten. Sie gelten auch für Jugendliche – nur dass bei ihnen schon bei geringeren Promillewerten noch extremere Einschränkungen auftreten. Und das Risiko, sich ernsthaften Schaden zuzufügen, noch viel höher ist.

0,2 bis 0,5 Promille: Der Körper reagiert
Der Puls und die Atmung werden schneller. Die Blutgefäße, die direkt unter der Haut liegen, weiten sich, es wird warm. Die Sinne werden getrübt. Sehen und Schmecken sind eingeschränkt, es fällt schwerer, etwas zu spüren: sowohl angenehme Berührungen als auch Schmerz. Ein Hungergefühl kommt auf, gleichzeitig der Drang, aufs Klo zu müssen.

0,5 bis 1 Promille: Die Einschränkungen werden stärker
Die Stimmung verändert sich deutlich – und mit ihr das Verhalten. Aufgedrehte Selbstüberschätzung oder auch Traurigkeit: beides kann mit zunehmender Betäubung eintreten. Es fällt schwerer, sich an etwas zu erinnern und auf Reize zu reagieren. Situationen werden weniger gut oder ganz falsch eingeschätzt und das Zusammenspiel der Muskeln funktioniert nicht mehr richtig. Der Tunnelblick setzt ein – als sähe man die Welt rundum umschattet.

1 bis 2 Promille: Der Körper wehrt sich
Das Gesicht wird rot, die Pupillen werden groß. Alle körperlichen und geistigen Einschränkungen verstärken sich weiter, während die betäubte Wahrnehmung das Gegenteil vortäuscht: dass alles super sei. Das kann schnell nach hinten losgehen. Dann treten Übelkeit und Brechreiz ein, der Magen dreht sich um.

2 bis 3 Promille: Der Mensch verliert sich im Vollrausch
Sehen, Hören, Schmecken, Riechen, Fühlen: Alles ist betäubt. Nur noch der Körper steht in einer Umwelt, die unkenntlich wird. Orientierung, Kontrolle und Bewusstsein setzen aus.

Mehr als 3 Promille: Der Mensch bricht zusammen
Das Gehirn ist schwer gestört. Die Atmung und der Puls werden langsam und schwach, Koma, Atemstopp und Herzstillstand können eintreten. Dieser Zustand ist lebensbedrohlich bis tödlich.

Wie wird Alkohol genau im Körper aufgenommen und abgebaut?

Alkohol tritt vor allem über den Dünndarm in den Blutkreislauf ein und ein kleinerer Teil über die Mund- und Magenschleimhaut. Im Blutkreislauf wird Alkohol hauptsächlich über die Leber abgebaut. Nur ca. 10 Prozent werden über den Atem (die „Fahne“, die bei Verkehrskontrollen den Alkoholgehalt im Atem anzeigt), die Nieren, die Haut und den Urin ausgeschieden.

Biochemisch lässt sich dieser Vorgang so beschreiben:
Reiner Alkohol wird in der Leber in Acetaldehyd umgewandelt. Dafür sorgt das Enzymsystem Alkohol-Dehydrogenase (ADH). Acetaldehyd ist ein giftiger Stoff, der unter anderem den Kater verursacht. Dieser Giftstoff wird seinerseits in Essigsäure umgewandelt und diese wieder an die Körperflüssigkeit abgegeben. Dort verwandelt sich die Essigsäure in Kohlendioxid und Wasser:

Essigsäure (C2H3O2) --> Wasser (H2O) + Kohlendioxid (CO2).

Diese Stoffe werden schließlich vor allem durch Urin, Schweiß und Atem ausgeschieden. Der Abbau von Alkohol durch die Leber dauert lange. Bei erwachsenen Menschen braucht die Leber 1 bis 1,5 Stunden, um 10 bis 12 Gramm reinen Alkohol abzubauen. Das entspricht der Menge, die ein Glas Bier (0,25 l) enthält. Diese Zeitspanne kann nicht beeinflusst werden, weder durch Bewegung, Wassertrinken oder Schlaf. Soviel Zeit muss vergehen, bis jemand nach einem Glas Bier wieder nüchtern ist.

Verstärkt Alkohol die Lust auf Sex?

Bei Männern genauso wie bei Frauen steht die sexuelle Erregung in Verbindung mit ihrem Hormonhaushalt. Alkohol wirft den Körper aus dem Gleichgewicht, auch hormonell. Der Testosteronspiegel von Männern nimmt ab und es wird immer schwerer, eine Erektion und einen Orgasmus zu bekommen. Das kann sich auch langfristig auswirken: Fast 10 Prozent der alkoholkranken Männer leiden auch Impotenz.

Auch der Testosteronspiegel von Frauen ändert sich durch Alkohol. Der Östrogen-Gehalt verringert sich. Östrogene sind die wichtigsten weiblichen Sexualhormone. Gleichzeitig steigt ihr Testosteron-Gehalt und mit ihm die Erregbarkeit. Das kann sich auf die sexuellen Handlungen von Frauen auswirken – nicht unbedingt in ihrem Sinn. Auch den Zyklus beeinträchtigt Alkohol: Alkoholkranke Frauen haben häufig Probleme mit ihrer Regel.

Schadet Alkohol Schwangeren und dem ungeborenen Kind?

Wenn eine schwangere Frau Alkohol konsumiert, gelangt der Alkohol über die Nabelschnur auch in den Blutkreislauf des Kindes. Dafür reicht schon eine kleine Menge Alkohol aus. Er verteilt sich im gesamten Körper des Ungeborenen, Mutter und Kind haben binnen weniger Minuten den selben Alkoholspiegel. Die schädigende Wirkung allerdings ist beim Kind ungleich höher. Sein Organismus entwickelt sich noch, ist besonders empfindlich und baut Alkohol langsamer ab. Die Konsequenz: Der Blutalkoholspiegel ist eine Zeit lang höher als der der Mutter. Das kann schwere gesundheitliche Folgeschäden für das Kind haben.

Welche Folgen hat Alkohol für das ungeborene Kind?

Der Organismus des ungeborenen Kindes befindet sich in einem frühen Entwicklungsstadium. In dieser Phase ist er besonders empfindlich gegen Zellgift wie Alkohol – und gesundheitliche Schäden sind vorprogrammiert.

Als schwerstes Symptom gilt das Fetale Alkoholsyndrom. Betroffene Babys kommen mit geistigen und körperlichen Fehlbildungen zur Welt. Sie entwickeln Verhaltensstörungen, die oft nicht heilbar sind. Andere Folgen sind schwieriger zu erkennen. Sie werden als „Alkoholeffekt“ bezeichnet. Erst im Verlauf der Kindheit treten sie in Erscheinung, zum Beispiel als Einschränkung der Gehirnleistung und Bewegungsfähigkeit.

Was bedeutet risikoarmer Konsum?

Alkohol ist in Deutschland eine legale Droge, die allgegenwärtig in der Alltagskultur zu finden ist. Dass nur ein verantwortungsbewusster Umgang mit Alkohol vor gesundheitlichen und sozialen Schädigungen schützt wird dabei oftmals vergessen. Risikoarmer Konsum für Erwachsene bedeutet folgendes:
Zwei Standardgläser (max. 24 g reinen Alkohol) für Männer, ein Standardglas (max. 12 g reinen Alkohol) für Frauen. Beide sollten zudem an mindestens zwei Tagen die Woche vollständig auf Alkohol verzichten.

Jugendliche konsumieren nie risikoarm, weil ihr Organismus, d.h. auch ihr Gehirn, sich noch entwickelt und während dieser Phase besonders anfällig ist für Schädigungen durch Alkohol.

Für Jugendliche unter 16 Jahren gilt:
Die Abgabe von Alkohol an unter Sechzehnjährige ist verboten. Ihr Gehirn ist in seiner Entwicklungsphase besonders empfänglich für Schädigungen durch das Zellgift Alkohol. Sicher geht nur, wer Alkohol in seinem Leben keine Rolle spielen lässt. Sport, Verliebtsein, Musik und Tanzen sind das intensivere Erlebnis und der klarere Spaß – ohne sich gesundheitlich zu schädigen.

Für Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren gilt:
Auch wenn Jugendliche in diesem Alter Wein und Bier legal kaufen können, konsumieren sie nicht risikoarm. Das Gehirn entwickelt sich noch bis in das 20. Lebensjahr und kann währenddessen durch Alkohol geschädigt werden. Insofern handelt klug, wer es mit Alkohol bei Ausnahmen belässt und jedes Rauschtrinken vermeidet. Bei jedem Rausch sterben tausende Gehirnzellen ab. Unangenehme Folgen wie Aggression und Gewalt bleiben einem so auch erspart. Nicht nur Leistungfähigkeit, Konzentration und Reaktion sind nüchtern besser – ob in der Schule, bei der Arbeit oder beim Sport. Sondern auch Verliebtsein, Musik und Tanzen fühlen sich besser an, wenn die Sinne nicht getrübt sind.

Außerdem: Frauen in der Schwangerschaft und Stillzeit sollten jeden Alkohol meiden. Dieser gelangt über die Nabelschnur oder über die Muttermilch in den Blutkreislauf des ungeborenen Kindes bzw. des Säuglings und kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben.

Medikamente und Alkohol vertragen sich nicht. Alkohol kann die Wirkung des Medikaments beeinträchtigen oder verhindern. Es kann zu unberechenbaren Wechselwirkungen kommen.

Chronische Krankheiten werden schon durch geringe Mengen Alkohol ungünstig beeinflusst. Dazu gehören z.B. Diabetes, Lebererkrankungen sowie Depressionen und andere psychische Erkrankungen.

Wie gefährlich ist Alkohol im Straßenverkehr?

Verkehrsteilnehmer, die alkoholisiert sind, sind eine Gefahr für sich selbst und für alle anderen – ob sie mit dem Auto, mit dem Roller oder mit dem Fahrrad unterwegs sind. Ab1,0 Promille Blutalkohol(Rauschstadium) ist die Unfallgefahr beispielsweise zehnmal höher als im nüchternen Zustand. Aber auch unter 1,0 Promille besteht schon ein erhöhtes Unfallrisiko. Häufig sind Unfälle mit Personenschaden alkoholbedingt.

Die meisten dieser Unfälle werden von jungen Männern im Alter von 18 bis 24 Jahren verursacht – vor allem zwischen Samstagabend 18 Uhr und 4 Uhr Sonntagmorgen, also von alkoholisierten Partygängern.
Deshalb macht es Sinn, darauf zu achten, nur bei nüchternen Fahrern ins Auto zu steigen.

Ist Alkohol für Jugendliche schädlicher als für Erwachsene?

Alkohol beeinträchtigt Körper und Geist bei Kindern und Jugendlichen sehr viel stärker als bei Erwachsenen. Das liegt daran, dass sich bei Kindern und Jugendlichen sämtliche Organe, dazu gehört auch das Gehirn, noch bis ins 20. Lebensjahr entwickeln. In dieser Phase sind sie besonders anfällig für das Zellgift Alkohol.

Das ist auch der Grund, warum der Staat mit dem Jugendschutzgesetz die Abgabe alkoholischer Getränke (Bier, Wein) an Jugendliche unter 16 Jahren und die Abgabe von branntweinhaltigen Getränken (Schnaps, Alkopops etc.) an Jugendliche unter 18 Jahren verbietet.

Wann sollte Alkohol auf jeden Fall vermieden werden?

Wenn ein klarer Verstand und volle Konzentration gefragt sind, ist Alkohol das absolut Falsche. Ob in der Schule, in der Ausbildung, im Straßenverkehr oder auch beim Sport – wer keinen Alkohol trinkt bleibt wach und hat die Power, die er braucht.

Schwangere sollten jeden Alkohol meiden, um das ungeborene Kind und sich selbst nicht unnötig zu gefährden.

Auch wer Probleme, Kummer, Wut, Unsicherheit oder Stress loswerden will, schafft das nur ohne Alkohol. Schwierigkeiten wegtrinken – das gibt es nicht. Sie bleiben, was sie sind, allein der Mensch kann kurzfristig weglaufen in den Rausch. Wenn er aber zurückkommt, warten die Schwierigkeiten schon auf ihn. Wer wiederholt Alkohol nutzt, um seinen Problemen zu entfliehen, kann süchtig werden – und hat ein Riesenproblem mehr.

Ist Alkohol eine „harte“ Droge?

Alkohol ist eine „harte“ Droge, weil er körperlich abhängig macht, gesundheitlich sehr gefährlich ist und eine Überdosis tödlich sein kann. Tödlich kann außerdem auch der Entzug von Abhängigen sein. Das trifft auf sogenannte „weiche“ Drogen so nicht zu. Allerdings ist die Unterscheidung zwischen „harten“ und „weichen“ Drogen irreführend, da auch die seelische Abhängigkeit von „weichen Drogen“ sehr schwer zu überwinden und gesundheitlich riskant ist.

Ob hart, mittelhart oder weich: Alkohol ist gefährlich, je mehr und häufiger er konsumiert wird – und vor allem für Jugendliche, deren Organe sich noch entwickeln.

Wie wirkt sich dauerhafter Alkoholkonsum auf den Körper aus?

Wer zu viel und zu oft Alkohol trinkt, schädigt sich dauerhaft. Magenbeschwerden, Müdigkeit und Schlafschwierigkeiten können immer deutlicher werden. Sie sind jedoch nur der Anfang.
Die Leber ist am stärksten betroffen, da sie über 90 Prozent des Alkohols abbaut. Folgen sind Leberverfettung, Leberentzündung oder Leberzirrhose, ein bleibender Leberschaden.

Es sterben Gehirnzellen – bei einem Vollrausch mehrere tausend. Die Folge: Die geistige Leistungsfähigkeit sinkt. Bei häufigem, hohem Konsum kann das Gehirn um 15 Prozent schrumpfen (Korsakow-Syndrom).

Alkohol greift die peripheren Nervenzellen an, die für die Reflexe verantwortlich sind, das kann sich zum Beispiel in den Beinen durch Lähmungen und Gangstörungen zeigen.

Die Bauchspeicheldrüse kann sich akut oder dauerhaft entzünden. Da sie für die Insulinproduktion zuständig ist, wird diese durch Alkohol gestört. Diabetes ist eine mögliche Folge.

Das Herz droht zu verfetten. Seine Pumpkraft verringert sich. Herzmuskelerkrankungen, Herzrhythmusstörungen und Durchblutungsstörungen folgen.

Die Haut kann sich entzünden und stark pickelig werden. Ihr Aussehen lässt nach: Sie wird schwach-schwabbelig und wirkt weit älter als sie ist.

Der Mund- und Rachenraum sind anfällig für Krebserkrankungen.

Die Speiseröhre kann Krampfadern bekommen. Mögliche Blutungen lassen sich kaum noch stillen.

Der Magen wird angegriffen. Das kann zu Magenschleimhautentzündungen führen.

Die sexuellen Funktionen lassen nach oder setzen aus – Männer können Erektionsprobleme bekommen. Fast 10 Prozent der alkoholkranken Männer leiden an Impotenz.