Lexikon

Abhängigkeit physisch, psychisch

Bei übermäßigem Alkoholkonsum kommt es zu physischer (körperlicher) und psychischer (seelischer) Abhängigkeit.
Körperliche (physische) Abhängigkeit besteht dann, wenn sich der Körper nach längerem und regelmäßigem Konsum einer Droge (z.B. Alkohol) an die spezifische Wirkung gewöhnt hat. Wichtiges Merkmal ist dabei die Toleranzentwicklung: Abhängige müssen immer größere Mengen der Droge nehmen, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Wird die Droge abgesetzt, treten körperliche Entzugserscheinungen auf.

Die seelische (psychische) Abhängigkeit zeigt sich durch ein unkontrolliertes, maßloses Verlangen nach dem „Stoff“ (z.B. Alkohol). Psychische Abhängigkeit ist besonders schwer zu überwinden. Die Abhängigen nehmen gezielt Einfluss auf ihr seelisches Erleben – und blenden somit die Realität aus. Das Verhalten, die Lebensgewohnheiten und die Persönlichkeit verändern sich und passen sich langsam der Sucht an.

Absinth

Absinth ist ein alkoholisches Getränk, das aus Wermut, Anis, Fenchel und weiteren Kräutern besteht. Der Alkoholgehalt ist mit 50 bis zu 80 Volumenprozent extrem hoch. Absinth wurde vor allem im 19. Jahrhundert konsumiert. Zu dieser Zeit wurde Antimontrichlorid hinzugefügt, um den milchig-trüben Louche-Effekt“ künstlich hervorzurufen. So entsteht die manchmal als „geheimnisvoll“ beschriebene Aura von Absinth. Das zur Destillation verwendete Wermutkraut enthält außerdem Thujon.

Aus medizinischer Sicht ist Thujon eine wenig erforschte Substanz, die Krampfanfälle hervorrufen kann und giftig auf Nerven, Nieren und Magen wirkt. In Verbindung mit Alkohol – beides sind psychoaktive Substanzen – ist die Wirkung insgesamt sehr stark. Sie kann euphorisieren, berauschen, zu einem gesteigerten Farbempfinden sowie in größeren Mengen zu Halluzinationen und psychischen Problemen führen.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Herstellung und der Verkauf von thujonhaltigen Getränken gesetzlich verboten, weil die Gefahr der Abhängigkeit von dieser Droge zu groß war. Heute ist ein Thujonanteil aus der Wermutpflanze von bis zu 35mg/kg wieder erlaubt. Absinth vor allem in Szenekneipen und Discos zu finden. Ärzte warnen trotz reduziertem Thujongehalt vor dem Konsum – durch den hohen Alkoholgehalt wirkt Absinth bereits in sehr kleinen Mengen berauschend.

Abstinenz

Abstinenz stammt vom lateinischen Wort „abstinere“ (= sich enthalten, fernhalten) und bedeutet soviel wie Enthaltsamkeit. Bei einer Drogen- oder Alkoholabhängigkeit meint Abstinenz den völligen Verzicht auf die suchterregende Substanz. Erst wenn die Betroffenen kurzzeitig abstinent sind, kann mit einer Entwöhnungsbehandlung begonnen werden. Ziel ist, in völliger Abstinenz zu leben – also der konsequente und lebenslange Verzicht z.B. auf Alkohol.

Alkohol

Alkohol bezeichnet im allgemeinen Sprachgebrauch den zur Gruppe der Alkohole gehörenden Äthylalkohol (Ethanol). Dieser wird durch die Vergärung von Zucker aus unterschiedlichen Grundstoffen gewonnen und hat eine berauschende Wirkung. Alkohol zählt zu den wenigen Drogen, deren Erwerb, Besitz und Handel legal ist. Alkohol wird meist in Form von alkoholischen Getränken wie Bier, Wein oder Spirituosen konsumiert. Der Alkoholgehalt ist je nach Vergärung bzw. Destillation unterschiedlich und wird in Volumenprozent gemessen.

Alkohol-Dehydrogenase (ADH)

Die regulierende „selbstheilende“ Kraft des Alkoholabbaus ist dem körpereigenen Enzym Alkohol-Dehydrogenase (ADH) zu verdanken. Der Abbau durch das ADH findet vor allem in der menschlichen Leber statt; die Menge an ADH bestimmt, wie viel Alkohol abgebaut werden kann. Pro zehn Kilogramm Körpergewicht wird in einer Stunde etwa ein Gramm Alkohol von der Alkohol-Dehydrogenase abgebaut. Bei 70 Kilogramm Körpergewicht also rund sieben Gramm pro Stunde.

Allerdings ist der ADH-Anteil nicht bei allen Menschen gleich stark ausgeprägt. Menschen aus dem asiatischen Raum verfügen teilweise über viel geringe Mengen als Europäer. Frauen können das Enzym nicht so gut aufspalten und brauchen daher auch länger als Männer, um Alkohol abzubauen.

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Alkoholabhängigkeit

Alkohol kann sowohl psychisch als auch körperlich abhängig machen. Eine besondere Gefahr besteht darin, dass Alkohol unbeschränkt verfügbar ist. Infolgedessen ist sein Konsum in der Bevölkerung weit verbreitet. So ist auch in höherem Maß ein gesundheitsschädigendes Konsumverhalten zu beobachten, das Folgen für die Abhängigen haben kann.

Alkoholabhängigkeit entwickelt sich über einen langen Zeitraum. Abhängigkeit kann an folgenden Symptomen erkannt werden:

  • Es besteht ein starker Wunsch oder Zwang, Alkohol zu konsumieren (Suchtdruck).
  • Es besteht eine verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich des Beginns, der Beendigung und der Menge des Konsums.
  • Es treten körperliche Entzugserscheinungen auf.
  • Eine Toleranzsteigerung tritt ein, d.h. es sind zunehmend höhere Dosen erforderlich, um die ursprünglich durch niedrigere Dosen erreichte Wirkung zu erzielen.
  • Andere Interessen werden zugunsten des Alkoholkonsums zunehmend vernachlässigt.
  • Der Alkoholkonsum wird trotz schädlicher Folgen körperlicher, sozialer sowie psychischer Art fortgesetzt und vielmals auch geleugnet.

Alkoholismus gilt seit 1968 als Krankheit.

Alkoholembryopathie (AE)

Das Fetale Alkoholsyndrom (FAS), auch als Alkoholembryopathie (AE) bekannt, bezeichnet die Schädigung eines Ungeborenen durch den Alkoholkonsum der schwangeren Mutter. Alkoholembryopathie beeinträchtigt die geistige Entwicklung des Kindes und kann zu körperlichen Fehlentwicklungen führen, z.B. Minderwuchs, Organfehlbildungen und Hyperaktivität. Etwa 30 bis 40 Prozent der Kinder von alkoholkranken Frauen sind davon betroffen.

Mehr Infos? Das PDF „Alkohol und Schwangerschaft“ zum Runterladen.

Alkoholentzug

siehe Entzug.

Alkoholentzugssyndrom

Das Alkoholentzugssyndrom tritt auf, wenn eine Alkoholabhängigkeit vorliegt und die regelmäßige Alkoholzufuhr unterbrochen wird. Es kann mit oder ohne Delir auftreten. Das Alkoholentzugssyndrom mit Delir wird auch als „Delirium tremens oder „Alkoholdelir“ bezeichnet und beginnt 48 bis 72 Stunden nach dem letzten Alkoholkonsum.
Es ist die schwerste Form des Alkoholentzugssyndroms und kann das Leben des Patienten unmittelbar gefährden.

Alkoholgehalt des Blutes

Der Alkoholgehalt des Blutes wird in Promille (‰) gemessen, das bedeutet „Gehalt pro Tausend“. Der Gehalt an Alkohol im Körper wird ins Verhältnis zur Gesamtkörperflüssigkeit gesetzt. Der Anteil der Gesamtkörperflüssigkeit am Körpergewicht beträgt bei Männern ca. 70 Prozent und bei Frauen ca. 60 Prozent. Das heißt, ein 80 kg schwerer Mann hat 56 Kilo Körperflüssigkeit. Die Blutalkoholkonzentration (BAK) wird  wie folgt berechnet:


Mann

Alkohol in Gramm
------------------------------------ = Blutalkoholspiegel in ‰
0,7 x Körpergewicht in kg

Frau
Alkohol in Gramm
------------------------------------ = Blutalkoholspiegel in ‰
0,6 x Körpergewicht in kg?


Ein Promille (‰) BAK bedeutet, dass ein Liter Blut einen Milliliter reinen Alkohol enthält. Bei 0,2‰ treten erste physiologische Beeinträchtigungen auf, mehr als 3‰ können bereits tödlich sein.

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Alkoholhepatitis

Bei der Alkoholhepatitis treten Entzündungen der Leber durch chronischen Alkoholkonsum auf. Vor allem durch alkoholbedingte Störungen des Fett- und Eiweiß-Stoffwechsels. Am Anfang fühlt man sich matt, ist appetitlos und verliert an Gewicht. Oberbauchschmerzen, Fieber und Gelbsucht sind weitere Symptome. In schweren Fällen kann akutes Leberversagen zum Tod führen. Die Sterblichkeit ist mit bis zu 30 Prozent hoch.

Alkohol in der Schwangerschaft

Der sich entwickelnde Organismus des ungeborenen Kindes ist extrem empfindlich gegen Zellgifte wie Alkohol. Wenn eine schwangere Frau Alkohol zu sich nimmt, verbreitet sich der Alkohol schnell im Körper und macht auch nicht vor der Plazenta halt, über die das Kind mit allen lebenswichtigen Nährstoffen versorgt wird. Dieser Vorgang ist unabhängig von der Menge des getrunkenen Alkohols. Studien belegen, dass schon bei leichtem Alkoholkonsum das Risiko einer Fehlgeburt in den ersten drei Monaten steigt.

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Alkoholintoxikation

Toxisch = griechisch für „giftig wirkend“; im Sprachgebrauch ist Alkoholintoxikation auch als „Alkoholvergiftung“ bekannt. Die schnelle, kurzfristige Aufnahme von großen Mengen an Alkohol führt zu Hyperventilation, psychomotorischer Erregung und kann später auch eine gefährliche bis tödliche Lähmung des Atemzentrums hervorrufen.
Eine Alkoholvergiftung ist oft die Folge von Trinkwetten oder sogenanntem „Binge Drinking“ oder Rauschtrinken. Bei den betroffenen Personen werden Blutalkoholkonzentrationen von 3,0 Promille und mehr festgestellt.

Alkoholvergiftung

siehe Alkoholintoxikation.

Alkopops

„Pop“ heißt im Englischen umgangssprachlich „Brause“. Als Alkopops werden alkoholische Mischgetränke bezeichnet, die durch den Zusatz zuckerhaltiger Brause den alkoholbedingten Bittergeschmack überdecken – und deshalb von Jugendlichen gerne getrunken werden.
Der Alkoholgehalt ist im Durchschnitt mit zwischen 5,0 und 6,0 Volumenprozent höher als der vieler Biersorten. Dieser Alkoholgehalt wird dadurch erreicht, dass ein hochprozentiger Alkohol (z.B. Wodka mit 38 Vol.-% Alkohol) mit einem nicht-alkoholischen Getränk zu einem Alkohopop vermischt wird.

Alkotester

Ein Alkotester ist ein tragbares Gerät, das den Atemalkohol misst. Meist wird der Tester bei der Polizeikontrolle eingesetzt und muss durch einen nachträglichen Blutalkoholtest bestätigt werden, um als Beweismittel zu gelten.
Der klassische Alkotest beruht auf der Oxidation von Ethanol (Alkohol) durch rot-gelbe Chrom(VI)-Verbindungen in saurem Milieu, die mit dem Atemalkohol der Testperson zu grünen Chrom(III)-Verbindungen reduziert werden. Je grüner das Anzeigeröhrchen wird, desto mehr Alkohol befindet sich im Blut und damit in der Atemluft.
Moderne Verfahren arbeiten auf elektronischer Basis: Hier wird der Atemalkohol mit Infrarot-(IR)-Strahlung gemessen. Je höher die Konzentration des Alkohols in der Atemluft, desto mehr IR-Strahlung wird aufgenommen. Die Messung erfolgt durch ein sogenanntes Thermoelement.

Alpha-Trinker

Auch sogenannte „Erleichterungs- und Problemtrinker“. Sie trinken Alkohol der Wirkung wegen und erfahren dabei Erleichterung, Enthemmung, Entspannung, Zufriedenheit. Dieser Trinkertyp kann in den meisten Fällen mit dem Alkoholkonsum aufhören. (Typologie nach Jellinek)

Beta-Trinker

Auch sogenannte „Gelegenheitstrinker“. Dieser Trinkertyp entwickelt weder eine psychische noch eine physische Abhängigkeit. (Typologie nach Jellinek)

Bier

Bier ist in Deutschland und vielen anderen Ländern das meistgetrunkene alkoholische Getränk. Beim Bierbrauen werden Wasser, Malz und Hopfen miteinander vermischt und durch den Zusatz von Hefe gegärt. Durch den Gärprozess entsteht Alkohol. In Deutschland bekannt ist auch das Reinheitsgebot, nach dem nur Wasser, Hopfen und Malz (sowie Hefe) als Zutaten erlaubt sind. Als alkoholhaltiges Getränk kann Bier eine starke psychische, sowie in noch größerem Ausmaß eine körperliche Abhängigkeit hervorrufen. Da in bestimmten Regionen der Konsum von Bier auch in größeren Mengen gesellschaftlich anerkannt ist und so nicht als auffälliges Verhalten gilt, wird das Suchtverhalten von den Betroffenen und ihrem Umfeld meist viel später erkannt als bei anderen Drogen.

Bierbauch

Nicht nur die Deutschen nennen einen dicken Bauch Bierbauch: In Japan gibt’s den „Biiruppara“, in Schweden den „ölmage“. Beides heißt übersetzt „Bierbauch“. In Frankreich spricht man vom „ventre kron“, dem „Kronenbourg-Bauch“, in Anspielung auf den Kosenamen der größten französischen Brauerei.
Oft ist es so, dass der regelmäßige Konsum tatsächlich zum „Bierbauch“ führt. Vor allem, weil Bier im Vergleich zu anderen alkoholischen Getränken das Hungergefühl verstärkt. Außerdem enthält Bier in Spuren Einfachzucker (Monosaccharide), der zur Entstehung von Übergewicht beitragen kann.

Binge Drinking

„Binge Drinking“ wird im Deutschen auch mit Rauschtrinken übersetzt. Das bedeutet: Alkohol wird mit fünf Getränken und mehr exzessiv konsumiert. Rauschtrinken ist besonders riskant. Denn Alkohol betäubt und blockiert das Nervensystem, Atmung und Puls können schwach werden – bis zum K.o. Außerdem sind weitere Begleiterscheinungen vom Rauschtrinken:

•    gesteigerte Aggressivität
•    risikofreudiges Verhalten, besonders im Straßenverkehr und in der Sexualität
•    zusätzlicher Konsum anderer Drogen

Co-Abhängigkeit

Oft wird die Alkoholabhängigkeit von Nahestehenden oder Familienangehörigen unterstützt, indem sie den Betroffenen Aufgaben abnehmen und nach außen Probleme leugnen. Nahestehende Verwandte und Freunde verfallen in co-abhängige Verhaltensweisen und tragen so dazu bei, dass das Leben der Abhängigen nach außen lange Zeit „normal“ funktionieren kann.

Delir, Delirium tremens

Das Delirium tremens ist ein sogenanntes Entzugsdelirium/Alkoholdelirium (Delir). Eine ernst zunehmende, lebensbedrohende Komplikation, die nach jahrelangem Alkoholmissbrauch bei Alkoholentzug auftreten kann.
Typisch für ein Delirium tremens ist das Zittern (=Tremor). Weitere Symptome: Erhöhung der Blutdruck- und Atemfrequenz, Halluzinationen, Angstzustände/Panikattacken, Orientierungsstörungen, Verwirrtheit mit wechselndem Bewusstseinsgrad bis hin zum Koma.

Delta-Trinker

Sie werden auch als „Spiegeltrinker“ oder „funktionierende Alkoholiker“ bezeichnet. Das heißt, sie bleiben lange Zeit sozial unauffällig, funktionieren im Alltag und sind selten erkennbar betrunken. Dennoch besteht eine starke körperliche Abhängigkeit, sodass sie ständig Alkohol trinken müssen, um Entzugssymptome zu vermeiden.
Durch das ständige Trinken entstehen körperliche Folgeschäden. Dieser Trinkertyp ist nicht abstinenzfähig und daher alkoholabhängig. (Typologie nach Jellinek)

Drogen

„Drogen“ ist ein Begriff, der ursprünglich für Haushaltsmittel, Heilmittel oder sogar Kosmetik verwendet wurde. Heute versteht man unter Drogen vor allem psychoaktive Substanzen, die einen Einfluss auf das zentrale Nervensystem haben. Drogen werden zur Herbeiführung eines Rauschs, zur Bewusstseinserweiterung oder aufgrund einer Abhängigkeit konsumiert. Außer Alkohol und Zigaretten sind auch Psychopharmaka und alle Arten von verbotenen Rauschmitteln unter dem Begriff „Drogen“ zusammengefasst.

Entgiftung

Bei einer körperlichen Abhängigkeit passt sich der Organismus derart an, dass er auf die suchterregende Substanz nicht mehr verzichten kann. Ohnen Konsum der Droge treten Entzugserscheinungen auf. Bei einer Entgiftung bzw. einem Entzug wird der Körper von der Droge befreit, so dass der Körper sie nicht mehr braucht.
Die Entgiftung erfolgt stationär in einer speziellen Entgiftungsstation. Diese dauert in der Regel 8 bis 14 Tage. Danach ist eine Therapie notwendig.

Entwöhnung

Entwöhnung ist der Kern jeder Alkoholabhängigkeits-Behandlung – meist mithilfe von psychosozialen, aber auch mit medikamentösen Methoden. In der Regel geht ein Entzug voraus. Die Entwöhung umfasst ein umfangreiches Programm mit Maßnahmen der Psycho- und Soziotherapie sowie der Arbeits- und Beschäftigungstherapie, außerdem der Physiotherapie.

Entzug

Bei einem Alkoholentzug wird der Alkohol abgesetzt. Dabei können sehr heftige bis lebensbedrohliche Entzugserscheinungen auftreten, die sich körperlich wie seelisch äußern.

Entzugserscheinungen: Wenn der Körper sich an eine bestimmte Substanz oder einen Wirkstoff gewöhnt hat und die Zuführung ausbleibt, reagiert er mit Entzugserscheinungen. Bei langfristig erhöhtem Alkoholkonsum beispielsweise verändern sich bestimmte Rezeptoren (Nervenzellen) in den Gehirnregionen, die für die Reizwahrnehmung und für die Reizverarbeitung verantwortlich sind. Deshalb entstehen bei einem abrupten Absetzen des Alkohols massive Fehlregulationen, die zu körperlichen und seelischen Entzugserscheinungen führen.

Körperliche Entzugserscheinungen: Sie setzen wenige Stunden nach der letzten Dosis ein und erreichen 24 bis 28 Stunden danach ihren Höhepunkt: Unruhe, Schweißausbrüche, Zittern, Schwächegefühl, Gliederschmerzen, Magenkrämpfe, Muskelzittern, Brechreiz, Kreislaufstörungen, Tränenfluss, massive Temperaturschwankungen bis zu lebensbedrohlichen Zuständen mit schweren Krampfanfällen und akuten Geistesstörungen. Der körperliche Entzug dauert je nach Droge/Suchtmittel eine bis vier Wochen.
Ein Entzug sollte mit medikamentöser Unterstützung unter ärztlicher Aufsicht (in einem Krankenhaus) erfolgen.

Seelische Entzugserscheinungen:
Der seelische Entzug kann Monate bis Jahre dauern und äußert sich in Unruhezuständen, Angst, Drang zu erneuter Drogeneinnahme, depressiven Verstimmungen und mitunter Selbstmordgedanken.

Epsilon-Trinker

Auch sogenannte „Quartalssäufer“. In unregelmäßigen Intervallen stellen sich Phasen des exzessiven Alkoholkonsums ein, die Tage oder Wochen dauern können. Dazwischen können sie monatelang abstinent bleiben. Dieser Trinkertyp ist alkoholabhängig und leidet unter starkem Kontrollverlust. (Typologie nach Jellinek)

Ethanol

Ethanol ist der Hauptwirkstoff alkoholischer Getränke. Dabei handelt es sich um eine chemische Verbindung, die aus zwei Kohlenstoffteilen, einem Teil Wasserstoff und einer Hydroxylgruppe (OH-Gruppe) besteht. Häufig wird diese Verbindung umgangssprachlich als Alkohol bezeichnet, obwohl sie nur der prominenteste Vertreter der Stoffgruppe der Alkohole ist. Gebräuchlich sind auch die Bezeichnungen Weingeist und Spiritus; früher wurde der Name Äthylalkohol verwendet.

Fahruntüchtigkeit

Fahruntüchtigkeit ist ein juristisches Wort und bezeichnet den Zustand von Fahrzeugführern, die den Anforderungen des Straßenverkehrs nicht gewachsen sind und besonders in schwierigen Verkehrslagen eine Gefahr für sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer darstellen.
Die Fahruntüchtigkeit ist Folge eines geistigen oder körperlichen Mangels und beruht nicht auf mangelnde technische Beherrschung des Fahrzeugs oder Ungeschicklichkeit des Fahrzeugsführers. Häufigste Ursache ist der Genuss alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel (Drogen).

Fetales Alkoholsyndrom

Das Fetale Alkoholsyndrom, auch bekannt als Alkoholembryopathie, ist die schwerste Form der Schädigung, die Ungeborenen durch Alkoholkonsum während der Schwangerschaft zugefügt werden kann. Kinder, die davon betroffen sind, weisen körperliche Entwicklungsstörungen auf und sind in ihrem Verhalten auffällig. Typisch Merkmale sind:

  • ein geringes Geburtsgewicht
  • Schädigungen der inneren Organe wie z.B. Nierenschäden und Herzfehler
  • sichtbare körperliche Missbildungen wie z.B. Minderwuchs und Verformungen im Gesichtsbereich 
  • Verhaltensstörungen wie z.B. geringerer Saugreflex, Ruhelosigkeit und leichte Reizbarkeit
  • Defizite in der geistigen Entwicklung wie z.B. Konzentrationsschwäche, Lernschwierigkeiten und verminderte Intelligenz

Die Schäden sind meist bleibend. Es bestehen nur geringe Chancen auf eine Heilung. Viele betroffene Kinder sind ihr Leben lang auf fremde Hilfe und Fürsorge angewiesen.

Mehr Infos? Das PDF „Alkohol und Schwangerschaft“ zum Runterladen.

Fettleber

Ein zu hoher Alkoholkonsum kann zur Verfettung der Leber führen. Bei Menschen mit einer Fettleber lagern sich Fetttropfen in der Leber ab. Betroffen ist mindestens die Hälfte aller Leberzellen. Eine Fettleber an sich muss nicht medikamentös behandelt werden. Häufig treten jedoch zusätzliche Schädigungen wie eine Leberentzündung oder eine Leberzirrhose auf. 

Filmriss

Bezeichnung für eine kurzfristige Gedächtnisstörung, Diese wird verursacht durch übermäßigen Konsum von zum Beispiel Alkohol. Der Alkohol tritt über die Schleimhaut des Verdauungstraktes ins Blut ein. Die Aufnahmegeschwindigkeit im Dünndarm ist dabei größer als im Magen. Mit dem Blut verteilt sich Alkohol im gesamten Körper und gelangt so auch ins Gehirn. Hier beeinflusst Alkohol die Informationsübertragung der Nervenzellen. Diese wird gehemmt und es kommt zu einem „Filmriss“ oder auch „Blackout“.

Flatrate-Trinken

Ähnlich wie bei einer Flatrate fürs Internet bedeutet Flatrate-Trinken, dass für einen bestimmten Festpreis eine unbegrenzte Menge – in diesem Fall Alkohol – zur Verfügung steht. Discos und Clubs bieten solche „Alkohol-Flatrates“ an, um Gäste anzulocken.
Viele dieser Gäste verlieren dann schnell den Überblick und trinken Alkohol in schädlichen Mengen (s. auch Binge Drinking).

Gamma-Trinker

Dieser Trinkertyp entwickelt sich über viele Jahre zum „Rauschtrinker“. Er hat längere abstinente Phasen, die sich mit Phasen starker Berauschung abwechseln. Er hat keine Kontrolle über seinen Konsum. So kann er nicht zu trinken aufhören, auch wenn er bereits das Gefühl hat, genug zu haben. Auch wenn er sich aufgrund der Fähigkeit zu längeren Abstinenzphasen sicher fühlt, ist er alkoholkrank. (Typologie nach Jellinek)

Gastritis

Gastritis (= Magenschleimhautentzündung) ist eine Krankheit des Magens. Man unterscheidet zwischen akuter und chronischer Gastritis. Die akute Gastritis wird meistens durch äußere Umstände wie zum Beispiel Alkoholmissbrauch, Stress, schwere Verletzungen oder durch Infektionen ausgelöst. Symptome dafür sind Bauchschmerzen, Magenblutung, Appetitlosigkeit oder Erbrechen. Regelmäßiger Alkoholmissbrauch führt zu einer chronischen Gastritis.

Genußmittel

Genußmittel werden nicht wie Lebensmittel zur Sättigung oder ihres Nährwerts halber konsumiert, sondern aufgrund ihrer anregenden Wirkung bzw. ihres Geschmacks. Zu den Genussmitteln zählen Tabak, Tee, Schokolade, Kaffee, Cola sowie auch Alkohol. Einige dieser Mittel sind suchterregend (wie z.B. Tabak oder Alkohol).

Halluzinationen

Als Halluzination wird das Wahrnehmen von Dingen bezeichnet, die nicht in der Wirklichkeit vorhanden sind. Halluzinationen sind in allen Sinneskanälen möglich. Wer halluziniert hört z.B. Stimmen, spürt Berührungen oder sieht Dinge, die nicht vorhanden sind. So kann es Alkoholabhängigen beispielsweise passieren, dass sie weiße Mäuse sehen.

Intoxikation

Alkohol hat wie die meisten Drogen eine giftige Wirkung auf den Körper. Im engeren Sinne wird mit Intoxikation der akute, mitunter lebensbedrohliche Vergiftungszustand durch Drogenkonsum bezeichnet (siehe auch Alkoholintoxikation).

Jugendschutzgesetz (JuSchG)

Das Jugendschutzgesetz (JuSchG) ist ein Gesetz in Deutschland zum Schutz von Kindern und Jugendlichen in der Öffentlichkeit. Es regelt unter anderem die Abgabe von alkoholischen Getränken an Minderjährige.

Mehr Infos? Das PDF „Jugendschutzgesetz“ zum Runterladen.

Kater

Als Kater werden im Allgemeinen starke Kopfschmerzen, Übelkeit und Unwohlsein bezeichnet – als Folgen zu hohen Alkoholkonsums am Vortag. Ein Kater kann bis zu drei Tage lang die Leistungsfähigkeit einschränken. Ist der Kater stark, kommt es durch eine Magenschleimhautreizung zu Erbrechen und Appetitlosigkeit. Genauso werden geistige und motorische Fähigkeiten beeinträchtigt. Hauptursache der Kopfschmerzen ist der durch den Alkohol entstandene Verlust an Körperflüssigkeit (Dehydratation). Aber auch die buchstäblich „dicke Luft“ in den meisten Kneipen, zu wenig Schlaf in einer durchfeierten Nacht und Zellgifte, die im Körper beim Alkohol-Abbau entstehen, tragen ihren Teil dazu bei. Die empfohlenen Gegenmittel für „den Morgen danach“ sind z.B. eiweiß- und fettreiches Essen, insbesondere Fisch, Saures oder sauer Eingelegtes (z.B. Rollmops) sowie eine vermehrte Flüssigkeitszufuhr (sogenanntes „Katerfrühstück“). Das Unwohlsein nimmt etwas ab, wissenschaftlich bewiesen ist die Wirksamkeit dieser Speisen gegen den Kater allerdings nicht. Auch leichte körperliche Betätigung und frische Luft können helfen, den Kater weniger stark zu spüren.

Koma

Das sogenanntes „Komasaufen” (s. auch „Binge Drinking“) kann tatsächlich zu einem komatösen Zustand führen. Dieser ist gekennzeichnet durch eine tiefe Bewusstlosigkeit, in der keine Reaktion auf äußere Reize mehr erfolgt. In solchen Zuständen gibt es Betrunkene, die mitten im kältesten Winter draußen im Schnee liegen und erfrieren.

Korsakow-Syndrom

Dauerhafter Alkoholkonsum kann zum Absterben ganzer Hirnregionen führen, eine starke Gehirnschädigung ist die Folge. Charakteristisch für dieses Korsakow-Syndrom sind drei Symptome:

  • Gedächtnisverlust (Amnesie): Die Betroffenen können sich keine neuen Informationen mehr merken. Erlebte Inhalte aus der Vergangenheit können nicht verarbeitet oder richtig wiedergegeben werden.
  • Verloren gegangene Erinnerungen werden durch Geschichten ersetzt, die falsch sind, aber von Betroffenen selbst als wahr empfunden werden.
  • Desorientierung: Betroffene befinden sich gedanklich häufig zu einer anderen Zeit an einem anderen Ort.

Leberzirrhose

Die Leberzirrhose ist eine chronische Lebererkrankung im Endstadium und gilt als nicht mehr heilbar. Eine Leberzirrhose entwickelt sich in der Regel über einen Zeitraum von Jahren bis Jahrzehnten. Im europäischen Raum zählt vor allem der Alkoholmissbrauch zu den häufigsten Ursachen der Leberzirrhose (Anteil ca. 50 Prozent).

Likör

Lateinisch heißt liquor nichts anderes als „Flüssigkeit“. Likör wird auch als Branntwein bezeichnet, der durch das Destillieren oder Einlegen von Früchten und Pflanzenteilen einen Alkoholgehalt zwischen 15 und 55 Vol.-% enthält. Liköre sind immer stark zuckerhaltig (mindestens 100 Gramm pro Liter).

Louche-Effekt

Als Louche-Effekt (von französisch louche = undurchsichtig) bezeichnet man die milchige Trübung klarer, anishaltiger Spirituosen wie Absinth, Pastis, Sambuca, Ouzo oder Raki, wenn sie mit Wasser verdünnt oder sehr stark gekühlt werden.

Medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU)

MPU steht für medizinisch-psychologische Untersuchung, umgangssprachlich auch „Idiotentest“ genannt. Ziel einer MPU ist es festzustellen, ob die Kraftfahreignung einer Person nach Entzug des Führerscheins wiederhergestellt ist.

MEOS-Enzym

Das Mikrosomale Ethanoloxidierende System (MEOS) ist neben der Alkohol-Dehydrogenase (ADH) ein weiteres Enzym, das für den Alkoholabbau und die Entgiftung der Leberzellen zuständig ist. Das MEOS-Enzym nimmt meist bei einer Blutalkoholkonzentration ab 0,5 Promille seine Tätigkeit auf. Dieses sogenannte „Zusatz-Enzym“ ist für die Gewöhnung an Alkohol verantwortlich, denn der Körper reagiert bei übermäßigem Alkoholkonsum mit der Produktion von zusätzlichem MEOS, um den Alkohol schneller abzubauen. Da MEOS jedoch viele andere Stoffe mit abbaut, kann es weitreichende Nebeneffekte geben. So können zum Beispiel Medikamente (Blutgerinnungshemmer oder Kopfschmerztabletten) nicht ihre volle Wirkung entfalten, wenn der MEOS-Anteil im Körper erhöht ist.

Mischkonsum

Wenn z.B. Alkohol zeitgleich mit anderen Drogen konsumiert wird, spricht man von Mischkonsum. Dies gilt auch für die Einnahme eines Medikaments in Verbindung mit Alkohol. Die Wirkungen, die eine Kombination zweier oder mehrerer Substanzen auslöst, sind für Laien kaum einzuschätzen und entsprechen in der Regel nicht der Summe der Einzelwirkungen. Am häufigsten gemischt wird Alkohol zum Beispiel mit Cannabis, Ecstasy oder Speed. Das Mischen potenziert die gesundheitlichen Risiken einer einzelnen Droge noch um ein Vielfaches.

Mixgetränke (Wein- und Biermixgetränke)

Unter Mixgetränken versteht man gemischte Getränke, die mindestens einen alkoholischen Anteil haben. Dies kann hochprozentiger Alkohol sein, aber auch Wein oder Bier. Mixgetränke verdecken durch ihren süßen Geschmack die in Alkohol enthaltenen Bitterstoffe, so dass der Alkoholgehalt zunächst kaum zu spüren ist. Die bekannteste Gattung von Mixgetränken sind Alkopops und Biermixgetränke.

Polyneuropathie

Bezeichnung für die Erkrankungen von Nerven an Armen und Beinen (Polyneurose). Häufige Ursachen sind Diabetes und chronischer Alkoholmissbrauch. Dabei werden die Isolierungen der Nervenbahnen oder die Nervenbahnen selbst beschädigt. Zu Beginn der Krankheit kribbelt es häufig in den Händen oder Füßen. Später haben die Betroffenen das Gefühl, ihnen laufen Ameisen über die Füße. Gangunsicherheit, Muskelschwäche und schließlich auch Muskelschwund können folgen.

Pro-Kopf-Konsum

Der Pro-Kopf-Konsum an reinem Alkohol ist ein allgemeingültiges Maß, wenn Verbreitung und Umfang des Alkoholkonsums in einem Land dargestellt werden sollen.

Nach aktuellen Zahlen liegt Deutschland im internationalen Vergleich mit 9,9 Liter Alkohol pro Kopf und Jahr auf Platz fünf. Als positive Tendenz der letzten Jahre zeichnet sich dagegen ab, dass immer weniger Jugendliche Alkohol konsumieren.

Promille

Die Bezeichnung Promille (von lat. pro = von; mille = tausend) steht für einen in Tausendstel ausgedrückten Bruchteil. „Promille“ wird meist durch das Symbol ‰ (Promillezeichen) abgekürzt.
Die Alkoholmenge wird in der Regel in Promille angegeben. So ist im Straßenverkehrsgesetz zum Beispiel eine Alkohol-Promillegrenze definiert. Der Alkoholgehalt des Blutes bemisst sich ebenso in Promille.

Promillegrenze

Fahren unter Einfluss von Alkohol, Drogen und Medikamenten, die die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen (in Deutschland: „Trunkenheit im Verkehr“) ist in fast allen Ländern der Welt ein Vergehen. In Deutschland beträgt die Obergrenze des Alkoholgehaltes im Blut laut Gesetzgeber 0,5 Promille.
Das heißt allerdings nicht, dass jeder Promillewert unter 0,5 Promille am Steuer unbedenklich wäre. Im Gegenteil: Die Wahrnehmung ist bereits ab 0,3 Promille im Blut beeinträchtigt (Relative Fahruntüchtigkeit). Die Verwicklung in einen Verkehrsunfall ist strafbar.

Ein Wert von 1,1 Promille gilt generell als Straftat, unabhängig von auffälligen Fahrweisen oder Unfällen (s. auch Fahruntüchtigkeit). Für Fahranfänger in der Probezeit gilt generell eine Null-Promille-Grenze.

psychoaktiv

Eine psychoaktive Substanz ist ein Stoff, der die Psyche des Menschen beeinflusst. Man spricht auch von einer psychotropen Substanz. Alkohol gehört zu diesen Substanzen, da er enthemmend wirkt, zur Selbstüberschätzung führt und den Bewusstseinszustand ändert.

Psychotherapie

Psychotherapie heißt im Griechischen das „Pflegen der Seele“. Eine psychotherapeutische Behandlung deckt mithilfe psychologischer Methoden Leidenszustände oder Verhaltensstörungen auf. Die Psychotherapie ist ein wichtiger Bestandteil zur Behandlung von Alkoholabhängigkeit und wird vor allem in der Entwöhnungsphase eingesetzt. Sie kann als Einzel- oder Gruppentherapie stattfinden.

psychotrop

Der Begriff kommt aus dem Griechischen und bedeutet „auf die Seele wirkend“. Substanzen, die psychische Prozesse beeinflussen, haben eine psychotrope Wirkung. Sie werden auch als psychoaktiv“ bezeichnet. Alkohol hat einen psychotrope Wirkung.

Rausch

Ein Rausch ist ein vorübergehender psychischer Zustand, der durch die Einnahme von Rauschmitteln (Drogen), aber auch durch exzessives Tanzen, Fasten, Meditation oder Extremsport ausgelöst werden kann. Rauschzustände können die Wahrnehmung trüben oder vertiefen, die Sinne beflügeln oder betäuben. Anders als bei positiven „berauschenden“ Zuständen, z.B. durch bestimmte Sportarten, stellt der Alkoholrausch eine potenzielle Gefahr für den Berauschten selbst und sein soziales Umfeld dar.

Schwips

Als Schwips (von schwippen, schwanken) wird umgangssprachlich ein leichter Alkoholrausch bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine Verniedlichung, die eine beschwingende Wirkung des Alkohols in den Vordergrund stellt und seine die Sinne beeinträchtigende Wirkung vernachlässsigt.

Selbsthilfe | Selbsthilfegruppen

Selbsthilfegruppen sind Zusammenschlüsse von Menschen, die ähnliche Probleme haben und selbst etwas dagegen unternehmen möchten. Viele dieser Gruppen sind ehrenamtlich organisiert und die Treffen für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kostenlos. In Deutschland gibt es schätzungsweise rund 7.500 Selbsthilfegruppen für Abhängige und ihre Angehörigen. Die Wirksamkeit von Selbsthilfegruppen ist wissenschaftlich erwiesen. Sie gründet sich auf die einfachsten und wohl wichtigsten gesundheitsfördernden Funktionen: mit anderen sprechen, ihnen zuhören, sich austauschen, sich besinnen, sich Zeit lassen, Beziehungen eingehen und erleben. Eine der bekanntesten Selbsthilfegruppen sind die Anonymen Alkoholiker.

Soziotherapie

Mit soziotherapeutischen Maßnahmen soll Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen geholfen werden, wieder mit ihrem normalen Leben zurechtzukommen. Im Vordergrund steht die positive Beeinflussung des sozialen Umfeldes mit seinen strukturellen Bedingungen (Wohnung, Beruf, Lebensunterhalt, soziale Rollen) und den damit zusammenhängenden Aufgaben und Anforderungen an die Betroffenen (z.B. Selbstversorgung, familiäre Pflichten, soziale Regeln und Normen). Unterstützt werden die Patientinnen und Patienten von Fachkräften der Sozialarbeit, der Sozialpädagogik oder der Psychiatrie.

Spirituosen

Spiritus (= Geist) in der Umgangssprache auch bekannt als Schnaps. Im Allgemeinen werden damit alkoholische Getränke bezeichnet, die destillierten Alkohol enthalten und einen Mindestalkoholgehalt von 15 Vol.-% aufweisen. Die hohe Alkoholkonzentration der Spirituosen stellt neben gesundheitlichen und sozialen Risiken des Alkoholkonsums zusätzlich eine besondere Gefährdung des Mund- und Rachenraums dar.

Sucht

Das Wort „Sucht“ ist nicht verwandt mit „suchen“, sondern auf „siechen“ zurückzuführen. Wenn jemand „dahinsiecht“, dann leidet er an einer Krankheit, die meist tödlich ist. Den modernen Suchtbegriff im Sinne von Abhängigkeit gibt es erst seit dem 20. Jahrhundert. Anfänglich bezog er sich nur auf die Trunksucht, d.h. den Alkoholismus. Später wurden auch andere Abhängigkeiten als Sucht bezeichnet. Darunter fallen z.B. Spielsucht, Kaufsucht, Esssucht, Sexsucht und Magersucht.

Suchtberatung

Aufgabe der Sucht- bzw. Drogenberatung ist in erster Linie, über Drogen und Gefahren des Konsums aufzuklären und Hilfestellungen zu geben. Jede und jeder kann zur Suchtberatung gehen. Ob neugierig oder suchtgefährdet, ob Freundin/Freund oder Angehörige. Die Arbeitsbereiche gliedern sich daher auch in Einzelfallhilfe, Angehörigenarbeit und Prävention. Es gibt Suchtberatungsstellen und psychosoziale Beratungsstellen. Auch Gesundheitsämter können weiterhelfen. Wer eine Beratungsstelle in seiner Nähe aufsuchen möchte, kann mithilfe der BZgA-Datenbank die Adresse der nächstgelegenen Beratungsstelle herausfinden. Mehr unter www.bzga.de. Die BZgA bietet außerdem eine anonyme telefonische Beratung unter 0221-89 20 31 zu verschiedenen Themen- und Problembereichen an.

Therapie

Unter Therapie wird der Aufenthalt in einer Fachklinik, aber auch eine ambulante Psychotherapie oder die Teilnahme an einem qualifizierten ambulanten Programm verstanden. Neuere therapeutische Konzepte legen großen Wert auf Eigenständigkeit oder Selbständigkeit, auf das Entwickeln konstruktiver Lösungsmöglichkeiten und nicht auf das Überstülpen von vorgefertigten Lösungen. In der Suchttherapie ist vor allem das Ziel verankert, den Lebensrhythmus einer/eines Abhängigen von Grund auf zu verändern, um das Leben ohne Drogen meistern zu können.

Toleranz

In der Medizin versteht man unter Toleranz die Gewöhnung an einen Wirkstoff. Dadurch, dass sich der Körper an die Droge, z.B. Alkohol, gewöhnt, setzt gleichzeitig eine verminderte Wirkung durch die gleiche konsumierte Menge über einen bestimmten Zeitraum ein. Das führt dazu, dass die Dosis erhöht werden muss, um die ursprüngliche Wirkung zu erreichen. Der Weg in die Abhängigkeit beginnt.

Trinkertypen

Die am weitesten verbreitete Typisierung des Trinkverhaltens ist die nach dem amerikanischen Physiologen Elvin Morton Jellinek. Dieser unterscheidet fünf Typen:

Trinkexzesse

siehe Binge Drinking.

Tunnelblick

Als Tunnelblick wird die Einschränkung des Gesichtsfelds durch Alkoholkonsum bezeichnet. Ähnlich wie bei einem Blick durch den Tunnel werden Gegenstände nur noch in ungefährer Blickrichtung wahrgenommen, seitlich bzw. darüber oder darunter befindliche Objekte nicht mehr. Augenerkrankungen können einen vergleichbaren Effekt haben, vor allem aber Vergiftungszustände des Körpers durch Alkohol. Deshalb ist zum Beispiel das Autofahren nach Alkoholkonsum verboten.

Volumenprozent

Volumenprozent (Abkürzung „Vol.-%“) bezeichnet den Anteil eines Stoffes an einem Gemisch bezogen auf das Volumen. Der Alkoholgehalt von Bier, Wein, Sekt & Co. wird in Volumenprozent angegeben. Diese Zahl zeigt an, wie viel Kubikzentimeter Alkohol in 100 ml Getränk enthalten sind.

Wein

Wein (lat. vinum) ist ein alkoholisches Getränk, das aus dem vergorenen Saft von Weintrauben entsteht. Nur ein Getränk, das aus den Beeren der Weinrebe hergestellt wird, darf als „Wein“ bezeichnet werden, der vergorene Saft aus anderen Früchten muss eine jeweilige Zusatzbezeichnung (z.B. Apfelwein) tragen. Wein erreicht in der Regel einen Alkoholgehalt zwischen 8,5 und 14 Volumenprozent. Im weiteren Sinne zählen zu den Weinen auch die Obstweine, die verstärkten Weine (beispielsweise Sherry, Portwein oder Madeira) sowie die Schaumweine (zum Beispiel Sekt, Champagner oder auch Perlwein) und nicht ausgegorener Wein (Federweißer, Sturm).

Äthylalkohol (Ethanol)

Äthylalkohol ist der Hauptwirkstoff alkoholischer Getränke. Dabei handelt es sich um eine chemische Verbindung, die aus zwei Kohlenstoffteilen, einem Teil Wasserstoff und einer Hydroxylgruppe (OH-Gruppe) besteht.
Häufig wird diese Verbindung umgangssprachlich als Alkohol bezeichnet, obwohl sie nur der prominenteste Vertreter der Stoffgruppe der Alkohole ist. Gebräuchlich sind auch die Bezeichnungen Weingeist und Spiritus.